Klickpedale einstellen: Auslösehärte, Float und Cleats
Klickpedale stellst du an zwei Stellen ein: am Pedal über die Auslösehärte und am Schuh über die Position der Schuhplatte, auch Cleat genannt. Für den Anfang gilt: Auslösehärte niedrig, Schuhplatte mit dem Ballen etwa über der Pedalachse, Ferse in ihrer natürlichen Stellung. Dazu kommt der Float, also wie viel sich der Fuß im eingeklickten Zustand drehen kann. Er hängt von der Schuhplatte ab, nicht vom Pedal.
Auslösehärte am Pedal einstellen
Die meisten Klickpedale haben eine Einstellschraube, meist an der Rückseite oder Unterseite des Pedals, oft mit einer kleinen Skala. Sie spannt die Feder, die den Schuh hält.
- Niedrig starten. Einsteiger beginnen mit der geringsten Federspannung. Der Fuß löst sich dann mit einer leichten Drehung der Ferse nach außen.
- Beide Seiten gleich. Zähl die Klicks oder Umdrehungen der Schraube und stell beide Pedale identisch ein.
- Schrittweise erhöhen. Erst wenn du beim kräftigen Treten oder im Wiegetritt ungewollt ausklickst, erhöhst du die Spannung um einen Schritt.
- Nicht über die Markierung drehen. Die Herstellerangaben zum Einstellbereich stehen in der Anleitung des Pedals.
Float: Wie viel Bewegungsfreiheit dein Fuß braucht
Float beschreibt, wie weit du den Fuß im Pedal drehen kannst, bevor er auslöst. Schuhplatten gibt es mit unterschiedlich viel Float, viele Hersteller kennzeichnen das farblich. Welche Farbe welchem Wert entspricht, unterscheidet sich je nach System.
| Float | Für wen geeignet | Hinweis |
|---|---|---|
| kein oder sehr wenig Float | sehr erfahrene Fahrer mit exakt eingestellten Cleats | Kleine Fehlstellungen gehen direkt ins Knie |
| mittlerer Float | die meisten Rennradfahrer | guter Kompromiss aus Halt und Freiheit |
| viel Float | Einsteiger, Menschen mit empfindlichen Knien | Fuß sucht sich seine natürliche Stellung |
Wer Knieschmerzen innen oder außen hat, profitiert oft von mehr Float, weil der Fuß dann nicht in eine erzwungene Stellung gedrückt wird.
Schuhplatte am Schuh ausrichten
Die Cleat-Position bestimmt, wie Kraft vom Fuß aufs Pedal geht. Drei Richtungen zählen:
- Vor und zurück: Der Großzehenballen liegt etwa über der Pedalachse. Markiere den Ballen mit einem Stift auf dem Schuh und richte die Platte daran aus.
- Rotation: Die Platte folgt der natürlichen Fußstellung. Viele Menschen stehen mit leicht nach außen zeigenden Fußspitzen. Erzwingst du eine gerade Stellung, arbeitet das Knie gegen den Fuß.
- Seitlich: Die Platte so verschieben, dass das Knie beim Treten senkrecht über dem Fuß läuft.
Alle Details, inklusive einer Symptom-Tabelle für Knie-, Waden- und Fußschmerzen, stehen im Artikel zur Cleat-Position. Die Schrauben der Platte ziehst du mit der vom Hersteller angegebenen Kraft fest und kontrollierst sie nach den ersten Fahrten.
Prüfen, ob die Einstellung passt
Eine Aufnahme von hinten zeigt, ob Knie und Ferse ruhig laufen. Bike2Fit misst in der Hinteransicht die seitliche Abweichung des Knies und den Fersenausschlag, jeweils im Verhältnis zur Hüftbreite. Ein Fersenausschlag unter 20 % gilt als unauffällig. Schwankt die Ferse stärker, ist oft die Rotation der Schuhplatte die Ursache. Weicht das Knie mehr als 15 % zur Seite aus, lohnt sich ein Blick auf Cleat-Position und Standbreite. Den Aufbau beschreibt die Anleitung zum Bikefitting mit dem Handy.
Ein- und Ausklicken üben
- Im Stand üben: Rad an eine Wand lehnen oder auf den Rollentrainer stellen und mehrmals ein- und ausklicken, auf beiden Seiten.
- Ausklicken vor dem Anhalten: Löse den Fuß, bevor das Rad stillsteht. Wer erst im Stillstand ausklicken will, kippt leicht um.
- Immer zuerst denselben Fuß: Eine feste Gewohnheit hilft im Verkehr.
- Ruhige Strecke wählen für die ersten Fahrten, ohne viele Ampeln.
Rennrad- und MTB-Systeme
Klickpedale gibt es grob in zwei Bauarten. Rennradsysteme haben eine große Schuhplatte mit drei Schrauben und eine breite Auflage. Sie übertragen Kraft auf großer Fläche, lassen sich aber schlecht gehen. MTB-Systeme nutzen eine kleine Platte mit zwei Schrauben, die in der Sohle versenkt ist. Damit kann man normal laufen, und das Einklicken klappt von beiden Seiten. Für Einsteiger, Pendler und Gravel ist das oft die praktischere Wahl.
Checkliste: Klickpedale einstellen
- Auslösehärte auf niedrigster Stufe, beide Pedale gleich
- Schuhplatte mit Ballen etwa über der Pedalachse
- Rotation an die natürliche Fußstellung angepasst
- Schrauben mit angegebener Kraft festgezogen
- Ein- und Ausklicken im Stand geübt
- Kniespur und Ferse von hinten per Video geprüft
- nach den ersten Fahrten Schrauben und Sitz der Platten kontrolliert
FAQ
Wie fest sollte die Auslösehärte sein? So locker wie möglich und so fest wie nötig. Du solltest beim kräftigen Treten nicht ungewollt ausklicken, aber mit einer bewussten Fersendrehung jederzeit herauskommen.
Wann muss ich Schuhplatten tauschen? Wenn sie sichtbar abgenutzt sind, der Fuß wackelt oder das Einklicken unsauber wird. Abgelaufene Platten verändern Halt und Float.
Kann ich mit Klickpedalen Knieschmerzen bekommen? Ja, wenn die Schuhplatte verdreht oder seitlich falsch sitzt. Mehr Float und eine an die Fußstellung angepasste Rotation helfen oft.
Muss ich nach dem Wechsel auf Klickpedale die Sattelhöhe ändern? Häufig ja, weil sich der Abstand zwischen Fuß und Pedalachse ändert. Prüfe nach dem Umstieg den Kniewinkel.
Welches System ist für Einsteiger besser? Für die meisten ist ein MTB-System mit versenkter Platte einfacher, weil man damit laufen kann und beidseitig einklickt.